Als Beratungsstelle für Careleaver*innen haben wir mit großer Sorge und Empörung die bekannt gewordenen Kürzungsvorschläge des internen Arbeitspapiers zur Kenntnis genommen, das vom Paritätischen Gesamtverband veröffentlicht wurde. Manche der Vorschläge widersprechen deutlich der UN-Behindertenrechtskonvention und der UN-Kinderrechtskonvention und beinhalten einen systematischen Rückbau von Rechten, Leistungen und fachlichen Standards, zulasten junger Menschen und ihrer Familien.

Die Umsetzung (sei es auch nur anteilig) der Vorschläge würde für die Praxis den Abbau von Rechten, verlässlichen Hilfen und fachlichen Standards für diejenigen junge Menschen bedeuten, die ohnehin besonders stark auf Unterstützung angewiesen sind.

Carereceiver*innen und Careleaver*innen haben im Gegensatz zu gleichaltrigen Peers häufig kein sicheres Netz, keine verlässlichen erwachsenen Bezugspersonen, keine langfristige Wohnsituation oder finanzielle Absicherung.  Gerade deshalb sind verlässliche Hilfen für junge Volljährige und Nachbetreuung absolut notwendige Voraussetzungen für einen gelingenden Übergang in ein selbstbestimmtes Leben.

Wer in einer Phase wachsender sozialer Unsicherheit ausgerechnet bei jungen Menschen kürzt, verschärft Probleme, statt sie zu lösen und verschiebt die Kosten nur in die Zukunft — etwa durch Wohnungslosigkeit, Bildungsabbrüche und psychische Belastungen. Einsparungen führen nicht zu nachhaltiger Entlastung, sondern zu Folgekosten und erhöhten Risiken. 

Besonders kritisch sehen wir, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen offenbar ohne Beteiligung von Betroffenen und Fachkräften entwickelt wurden. 

Unsere Forderungen

  • Careleaver*innen, Fachkräfte und Träger müssen in die Debatte einbezogen werden, bevor über strukturelle Änderungen entschieden wird.
  • Kommunale Finanzprobleme dürfen nicht auf dem Rücken junger Menschen und anderer vulnerabler Gruppen gelöst werden.
  • Der Bund muss alle Kürzungsvorschläge zurückziehen, die Hilfen für junge Menschen schwächen oder Rechtsansprüche aushöhlen.
  • Nachbetreuung, Hilfen für junge Volljährige und individuelle Unterstützungsleistungen müssen gesichert und ausgebaut werden, statt sie zu begrenzen.

Ein Sozialstaat zeigt seine Stärke nicht dort, wo er spart, sondern dort wo Unterstützung abgesichert wird, Übergänge geschützt werden und soziale Teilhabe gestärkt wird! 

Das interne Arbeitspapier und die Bewertung des Paritätischen Gesamtverbandes ist hier: https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/massive-kuerzungsvorschlaege-bei-kindern-jugendlichen-und-menschen-mit-behinderung/

Stellungnahme des Careleaver e.V. :

https://careleaver.de/empoerungspapier-die-wuerde-des-menschen-ist-unantastbar-nicht-kuerzbar/

Wo genau muss ich hin?

Muss ich alleine zu euch in die Beratung (Sprechstunde, Einzeltermin) kommen?

Muss ich alleine zum offenen Treff kommen?

Ist euer Angebot barrierefrei?

Wie finanziert ihr euch?

Informiert ihr mein Jugendamt, dass ich bei euch war?

Sind eure Angebote kostenlos?

Muss ich in Karlsruhe in einer Jugendhilfe gewesen sein?

Kann ich beim offenen Treff später kommen oder früher gehen?

Muss ich regelmäßig zu euch kommen?

Kann ich auch nur zum offenen Treff und nicht zur Beratung kommen?

Wer entscheidet, was beim offenen Treff gemacht wird?